Samstag, 28. April 2018

Croatia 2009, von Zadar bis Podgora, der Traum von einer Küste



2009 war ich von der dalmatinischen Küste sowas von begeistert, dass ich seither jedes Jahr 2-3 Wochen dort verbringe. Heuer, 2018, zum 10. Mal. 

Obwohl schon schönstes Dauersommerwetter herrscht, gelten bis Mitte Juni supergünstige Vor-Saison-Preise. Das angewärmte Adriatische Meer ist bereits badetauglich und der Tourismus brutzelt noch auf Sparflamme ... ausgenommen in Städten wie Split und Dubrovnik oder in großen Ferienorten à la Podgora.  

Die Flüge nach Split kosten einen Klacks, die Jadranska Magistrala, die sensationelle Adriatische Küstenstraße, ist noch locker befahrbar (oder man benutzt die schnelle Autobahn), und in den zahlreichen kleinen Küstenorten herrscht kroatische Idylle - man ist allein unter Einheimischen (fast).

Es gibt einen einzigen "Wermutstropfen": Nahezu alle Strände entlang der dalmatinischen Küste sind Kiesstrände. Dafür gibt es preiswerte, leichte Aquaschuhe, Badeschuhe, die man auch im Wasser und beim Schwimmen trägt.



Zadar > Šibenik > Primošten > Rogoznica >Trogir + Čiovo ** >
> Split > Küste ( Beach Vrulja, Brela) > Podgora ** > Nationalpark Krka
** meine Apartments 


Zadar wurde schon im 9. Jahrh. v. Chr. bewohnt


In die Altstadt geht's durch das Landtor (Porta Terraferma) mit dem geflügelten venezianischen Markuslöwen von 1543. Nach Plünderungen durch Seeräuber begab sich Zadar um 1000 unter den Schutz Venedigs. 

Sie ist das Symbol der Stadt Zadar, die martialisch wirkende Rundkirche des Heiligen Donat im historischen Zentrum. Sie ist das besterhaltene kroatische Baudenkmal aus altchristlicher Zeit, entstanden Anfang den 9. Jahrhunderts. 






Um diese Stadt haben sich alle gerissen: Mal war sie ungarisch-kroatisch, dann wieder venezianisch ... römisch, fränkisch, byzantinisch, österreichisch, französisch ... Die Eroberung von Zadar 1202 hat Jacopo Tintoretto (1518–1594) mehr als 300 Jahre später aus dem Gedächtnis gemalt.



Erst später herausgefunden habe ich - von links: Šimun Kožičić-Benja (Zadar, 1460 – Zadar, 1536) war ein Adliger, Bischof von Modruš und Gründer des glagolitischen Druckhauses in Rijeka. Der Herr mit Mütze ist Brne Karnarutić (Zadar, 1515 - Zadar, 1573), kroatischer Dichter und Schriftsteller der Renaissance. Und der Dritte?






Šibenik - you are so beautiful






Anfang Juni, wenn nur drei oder fünf Dutzend einzelne Touristen durch die Gassen bummeln, treppauf und treppab (Šibenik ist mit über 2800 Treppenstufen eine 'Stadt der Stufen') ... die Kathedrale des Heiligen Jacob (Weltkulturerbe der UNESCO) bestaunen ... sich vor dem Alten Rathaus – Stadt-Loggia in die Anfänge des Mittelalters zurückversetzt fühlen ... von der Festung St. Mihovil den Blick weit übers adriatische Meer schweifen lassen ... auf den Plätzen und in den Gassen das Wechselspiel von Sonnenlicht und Schatten bewundern ... auf der Terrasse des Life Palace, vor historischer Kulisse, einen Café und ein Stück Torte schleckern ... das nenne ich einen zauberhafter Ferientag.


















Primošten, ein Geschenk der Natur


Dass ich überhaupt in Kroatien gelandet bin, lag an einem Bekannten, der mir mehrmals von Primosten vorschwärmte.



Das Städtchen Primošten, umgeben von sieben kleinen Inseln, hat nur etwa 1630 Einwohner, aber vom späten Frühling bis zum frühen Herbst ein Vielfaches an Touristen. Steinhäuser, Kirchen und die engen Gassen (Kalen) sind eine perfekte Harmonie von Vergangenheit und Gegenwart. Die Hotels wurden hier so unauffällig in die Landschaft integriert, dass das natürliche Landschaftsbild nur wenig Schaden nahm. Wie in allen kleinen Orten entlang der Küste werden unzählige Ferienwohnungen und Privatunterkünfte (Bed 'n' Breakfast) in allen Preiskategorien angeboten.





Wie überall in Kroatien - auch hier: Der schönste hochgelegene Platz, mit den fantastischsten Ausblicken, ist dem Friedhof vorbehalten.



Rogoznica


Von Primošten nach Rogoznica sind es nur 10 Minuten mit dem Auto/Bus. Auch Rogoznica liegt auf einer Halbinsel, die früher einmal die Insel Kopara war, in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts durch einen Damm mit dem Festland verbunden.

Die Bucht von Rogoznica gilt als einer der sichersten Häfen an der Adria-Küste, weil sie vor starken Winden geschützt ist. Früher lebten die Menschen hier überwiegend von Fischerei und Landwirtschaft, und noch immer noch gibt es viele Fischer, d.h. viel frischen Fisch auf dem Markt und in den Restaurants. Probieren Sie unbedingt einmal den Brudet, einen Fischeintopf, eine einheimische Spezialität.




Verliebt in Trogir


Erst einmal empfehle ich, sich einen Überblick zu verschaffen: Für die Besichtigung der Kathedrale des heiligen Laurentius (Sveti Lovro)  und die Besteigung des Glockenturms zahlt man 25 Kuna. Im 47 m hohen Turm gibt es eine schmale Metallstiege, die wirkt, als sei sie als Schocktherapie gegen Höhenangst entwickelt worden. Doch der Ausblick über das ursprüngliche Trogir, über das malerische Stadtbild (wie aus einem Bilderbuch) und das grandiose Panorama - weit darüber hinaus - belohnt das Herzklopfen beim Aufstieg!










Wie in allen Orten entlang der adriatischen Küste wirken viele alte Gebäude als seien sie gerade restauriert und viele Dächer erstrahlen in frischem Ziegelrot ... Im Kroatienkrieg, 1991-1995 (auch als Urlauber sollte man sich z.B. auf Wikipedia einen kleinen Eindruck von dem verheerenden Gemetzel verschaffen **), wurden zehntausende von Gebäuden und Kulturdenkmälern komplett zerlegt und zehntausende z.T. schwer beschädigt. In Kroatien wurde das meiste in kurzer Zeit wieder aufgebaut, aber noch längst nicht sind alle Ruinen beseitigt.


** Im Oktober 1991 begann die Schlacht um Dubrovnik, die neun Monate später durch eine erfolgreiche Offensive der kroatischen Armee beendet wurde. Im Verlauf der Schlacht wurde das Umland zwischen der montenegrinischen Grenze im Süden und Ston im Norden von den Truppen der JNA besetzt und die Zivilbevölkerung vertrieben. Die Verluste auf kroatischer Seite waren bereits im Oktober sehr hoch: Ungefähr 20.000 Kroaten, hauptsächlich Zivilisten, wurden getötet oder verwundet. Mindestens 200.000 Gebäude wurden zerstört, darunter Kirchen, Schulen und kulturelle Monumente, sowie 50 Brücken.  170.000 Kroaten wurden aus diesen Gebieten vertrieben.



















Die gesamte Altstadt von Trogir zählt seit 1997 zum UNESCO-Welterbe. Der Ort gilt als herausragendes Beispiel für städtebauliche Kontinuität.







Das Juwel Trogir, eine der malerischsten Altstädte Dalmatiens, hat - dem Himmel dei Dank - keinen Hafen, in dem die fetten Kreuzfahrtschiffe ** anlegen können, von denen sich - für ein paar Stunden - Touristenmassen durch Städte wie Split, Dubrovnik oder Venedig wälzen. Überhaupt konzentrieren sich Trogirs Gäste und Besucher an ein paar wenigen Plätzen und Straßen, so dass man als stiller Genießer durch die engen Gassen, die Blumen geschmückten Höfe und über verträumte Plätze bummeln kann.

**  Grausenhaft und selbst erlebt - beispielsweise Dubrovnik. Die Stadt hat sich zu einem der beliebtesten Stopps des Kreuzfahrt-Booms zwischen Venedig und dem östlichen Mittelmeer entwickelt. 2016 verzeichnete die Hafenstadt 639 Ankünfte von Kreuzfahrtpötten, fertigte insgesamt 831'730 Passagiere ab, davon 736'561 Transitpassagiere.










Auch von den Resten der mittelalterlichen Festung Kamerlengo (15. Jahrh.) genießt man einen traumhaften Rundumblick über Trogir und das herrliche Stadt-Berge-Adria-Panorama. Im Sommer wird die Festung als Freiluftkino genutzt.




Split - Diokletian und sein Palast, der die Stadt zum Leben erweckt hat.


Zu verdanken haben wir das heutige Split in Glanz und Fülle dem römischen Kaiser Diokletian (ein besonders eifriger Christenverfolger), der sich im 4. Jahrhundert, anläßlich seines Ruhestandes, hier einen ebenso pompösen wie festungsähnlichen Palast erbauen ließ. Einst aus Tausenden von Bauwerken bestehend, umfasst die Ruine heute noch mehr als 200 Gebäude, sogar in bestem Zustand erhalten.  

Folgende Kaiser haben diesem Bau, über die Jahrhunderte hinweg, jeweils eine persönliche Note eingebracht und den Palast eigenen Vorlieben angepasst. Innerhalb seiner weißen Steinmauern und unter den Innenhöfen befinden sich eine Kathedrale und zahlreiche Geschäfte, Bars, Cafés, Hotels und Häuser.










In Split, das Herz Dalmatiens - Kulturmetropole, Touristentummelplatz, geschichtsträchtig und zugleich sehr modern - kann man auf Entdeckungsreise gehen: die Residenz des Herrschers, die Gassen und Winkel, die vier magischen Tore, der Markt, die Kreuzfahrtschiffe und der idyllische Hafen Matejuška,
die Uferpromenade und Flaniermeile Riva und immer dazu - die gandiose Kulisse der hohen Küstengebirge und der tiefblauen Adria.































Split ist Touristen-Magnet! Bei aller Bewunderung für Split, mir ist hier - auch schon in der Vorsaison - zuviel Touristentrubel. Hier legen die riesigen Kreuzfahrtpötte an, hier gibt es ein großes Fährterminal und den zentralen Busbahnhof (neben dem Hafen) - und - 20 km vom Zentrum entfernt - bei Kaštel Štafilić - der Flughafen Split (2,82 Mio. Fluggäste in 2017, über 40 Airlines fliegen Split an). Jedes Jahr gibt es ein Popmusikfestival, ein Sommerfestival (Oper, Theater, Ballett, Konzerte) und ein Jazz Festival.


Küste ( bei Brela)


Die kurvenreiche Jadranska Magistrala, die sensationelle adriatische Küstenstraße, beginnt in der Nähe von Triest/Italien und führt bis nach Ulcinj/Montenegro. Mehr als die Hälfte der Straße befindet sich in Kroatien; hier die Bucht zwischen Pisak und Carevici. Sie wurde in den 1960er und 1970er Jahren erbaut und gilt als eine der schönsten und malerischsten Küstenstraßen weltweit.




Podgora



Podgora ist ein Badeort an der Makarska Riviera und Zentrum der gleichnamigen Gemeinde. In der Ortschaft Podgora leben 1.300 Menschen, gibt es jede Menge Hotels, Restaurants, Ferienwohnungen, B&B-Unterkünfte und ein richtiger (kleiner) Supermarkt.

















Über die Ulica Rudera Boškovića geht es hinauf zur Küstenbergkette, zum Friedhof und dem oberen Teil von Podgora, wo weitere Ferien-Villen und -Apartments liegen


Nacionali Park Krka, berauschend schön, vorausgesetzt ...


72,5 km fließt die Krka von ihrer Karstquelle bis in die Adria bei Šibenik. Hier die Autobahnbrücke der E65 bei Skradin.



Das kleine Skradin an der Krka ist eine der ältesten Städte Kroatiens. Den Namen bakam sie zu der Zeit der römischen Herrschaft, so entstand die antike Scardona. In der Nähe befinden sich Wasserfälle, Skradinski buk, der Wasserfall „Roški“ und die Franziskaner Insel Visovac. Der Hafen von Skradin ist einer der Ausgangspunkte (per Fahre) in den Nationalpark Krka.



Ich war bereits zweimal im Nationalpark Krka - http://www.nationalpark-krka.de - einmal unter Menschenmassen. Und das zweite Mal - dazugelernt - erreichte ich (Monat Juni) die erste Fähre ab Skradin um 8 Uhr. Wer dieses Naturjuwel wirklich "erleben" und genießen möchte, muß sich vorher über die Abfahrten der Fähre informieren. Achtung: vor Abfahrt müssen in einem Büro, nah des Hafens, Eintrittskarten gekauft werden!!!. Die zweite Fähre (Monat Juni) geht notfalls auch noch - um 9 Uhr. Alle späteren Fähren führen in einen Menschenmassenauftrieb.













Meine Unterkünfte auf der Insel Čiovo bei Trogir
und in Podgora




... und folgend sieben Fotos meines zweimal gebuchten Apartments in Podgora.












Demnächst poste ich:
2009 - Dresden, Bautzen, Görlitz